Codemasters – ein weiterer Ausbeuter?

By on 19. Januar 2012

Team Bondi, Rockstar San Diego – zwei Namen mit einer fragwürdigen Arbeitnehmer-Bindung. Beide sind bekannt für ihre ausbeuterisch anmutenden Arbeitgeberqualitäten. Gibt sich Codemasters nun einen ähnlichen Stempel?


Codemasters ©flickr.com / DsWii

Ein Entwickler zu sein, verliert angesichts der ausufernden Ausbeuter-Mentalitäten der Entwicklerfirmen und Publisher zunehmend an Attraktivität (wenn es mal anderswo anders wäre..). Die ehemaligen Angestellten des mittlerweile geschlossenen Guildford-Studios, unter anderem verantwortlich für den so ziemlich gefloppten EgoShooter Bodycount, beklagen den unrühmlichen Umgang ihres ehemaligen Arbeitsgebers stark. Zum Beispiel hätten sie 400 Überstunden geleistet und dafür Urlaub versprochen bekommen, der so nie zustande kam. Ein dreizehntes Jahresgehalt, welches sie als kleine Entschädigung ihrer Mühen während der letzten Entwicklung verstanden, will Codemasters sogar wieder eintreiben.
Sie betiteln diese Zahlung als Irrtum und wer das Geld nicht zurückzahle, riskiere ordentlich Ärger mit dem Publisher. Zumindest schreibt dies Semi Essessi, ein ehemaliger Programmierer des Guildford-Teams, auf seinem Blog. Codemasters erwarte diese Rückzahlung gar binnen einer Frist von fünf Tagen. Für Menschen wie Essessi, welche das Geld bereits für Tilgungen anderer Schulden, welche aufgrund seines Arbeitsplatzverlusts entstanden sind, verwendet hatten, ist dies jedoch nicht möglich.
Laut Angaben von Codemasters sei das Unternehmen mit dem ehemaligen Angestellten bereits im Dialog und man habe auch keine rechtlichen Schritte eingeleitet.

Sind die Erfahrungen von Team Bondi, Rockstar San Diego und nun Codemasters wirklich noch überspitzte Einzelfälle oder ist das ganze Ausbeutertum nicht schon längst ein allgemeines Abbild der Wirklichkeit, des Real Life, das keiner wahrhaben will und jeder kennt?