Iran: Todesstrafe gegen Entwickler aufgehoben

By on 13. März 2012

Wie jüngst zu lesen war, ist die Todesstrafe gegen den Spieledesigner Amir Mirzaei Hekmati, die von den iranischen Behörden verhängt worden war, wieder aufgehoben worden.


Kuma/War ©flickr.com / lluriam20

Und nun einmal durchatmen, denn hier haben wir es wirklich mit Stoff aus dem Real Life zu tun, das irrealer scheint als meine Skills in Battlefield 3. Das höchste iranische Gericht hob nun endlich die einst gegen den Spieldesigner Hekmati wegen Spionage und Volksverhetzung verhangene Todesstrafe wieder auf.
Doch was ist da passiert?

Hekmati ist ein ehemaliger US-Soldat und heute Spieldesigner des Militärshooters „Kuma/War„. Seine Familie ist iranischer Abstammung und er wurde bei einem Besuch daheim kurzerhand von der iranischen Polizei inhaftiert. Begründet wurde diese Festnahme mit der Tatsache, dass Hekmati an dem zweifelhaften „Kuma/War“ mitgearbeitet hat, welches in erster Linie echte Einsätze des amerikanischen Militärs nachspielt, welche bevorzugt im Mittleren Osten stattfinden.

Das Spiel wirbt stark damit, dass die Spieler etwa die Tötung der Söhne Saddam Husseins samt Fotografien nachempfundener Gesichtstexturen. Der Iran sieht in dieser Software eindeutig westliche Propaganda im Auftrag der CIA und klagte Hekmati darüber als Helfershelfer an. Man erwirkte von dem Designer darüber auch ein höchst zweifelhaftes Geständnis – das vorne und hinten nicht zusammenpasst:

„Nach Darpa wurde ich von Kuma Games rekrutiert, einer Computerspiele-Firma die Geld vom CIA erhalten hatte um Filme und Spiele herzustellen, mit denen man die öffentliche Meinung im Mittleren Osten ändern wollte, indem man sie dort kostenlos unter die Leute brachte.“

Tatsache aber ist, dass dieser mittelmäßige Shooter den US-amerikanischen Spielern in Form von einem Abonnement das Geld aus dem Portemonnaie zaubert und daher mitnichten kostenlos unter das Volk gebracht wird. Hekmati ist bisweilen noch immer in iranischer Haft.