Mein „spezieller Freund“ Günni Beckstein

By on 20. Mai 2008

Günther BEckstein vs Killerspiele

Ja, er ist schon etwas ganz Besonderes, der gute Günni. So wortgewandt, gebildet, immer fest zu seiner meinung und seinen Werten stehend kämpft er doch mutig und tapfer weiter gegen die unaufhörlich rotierenden Windmühlen virtueller Gewalt, verrohung, Schmutz, Schund und Verderbnis der armen, unmündigen, so unschuldig dem Computerwahn verfallenen Jugend…

Doch was ist das?

Hat da nicht gerade ein gewisser Günther Beckstein… Nein, das kann nicht mein Freund Günni gewesen sein! Wer sich da auf’s widerwärtigste angebidert hat auf dem „Munich Gaming“ Kongress, das muss ein Doppelgänger gewesen sein. Ein hinterhältiger Betrüger, der sich als unser aller Idol aus dem Frankenlande ausgibt, und dann schlicht gegen alles spricht, was sich der gute Günni in den letzten Jahren an Hasstiraden gegen Spieler erlaubt hat?

„Liebe Gaming-Freunde“, begann er seine Rede! „Sehr geehrter Herr Peter Molyneux„, zitierte er seinen Notizzettel! Kann das wirklich der Mann gewesen sein, der noch vor Kurzem gewettert hat, man müsse „Killerspieler“ jagen und bestrafen wie pädophile Pornografen? Kann das wirklich der Mann gewesen sein, der ein umfassendes Herstellungsverbot sämtlicher gewalthaltiger Computerspiele forderte?

Nun, sollte es sich entgegen aller Mutmaßungen TATSÄCHLICH um meinen lieben, guten „Gaming-Freund“ Günni beckstein gehandelt haben (Gästeliste der Munich Games, Bildmaterial, Gamestar-Bericht und Foren-Diskussionen sprechen immerhin dafür) gibt es wohl nur eine logische Erklärung: Er muss unser erfolgreiches Schwesterblog gelesen haben!

Vielleicht hat ihn meine kleine Artikelreihe über die steigende Finanzkraft von Computerspielen, die mittlerweile immerhin mehr Geld umsetzen als die Musik- oder Filmindustrie, letztendlich doch überzeugt, dass es vielleicht nicht ganz so schlau wäre, auf diesen lukrativen Markt aufgrund eines persönlichen „Ahab-Komplexes“ zu verzichten. Da Politiker ja ohnehin die wahren meister im Ar***kriechen, „Fähnchen-nach-dem-Wind-Ausrichten“ und opportunistischem „Meinungs-Slalom“ (WOW-Spielen gemeinhin auch als „mentaler Stance-Dance“ bekannt) sind, dürfte es ihm also auch nicht allzuviel Mühe bereitet haben, einmal seinen Neffen anzurufen, damit der ihm erklärt, wie man den Computer anschaltet und anschließend im „Zwischennetz“ nach Verkaufszahlen für den deutschen Erfolgstitel Crysis zu forschen.

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Nur zur Erinnerung: In einem Interview des Spiegels mit den Yerli-Brüdern (Die Gründer von Crytek, dem Entwickler von Far Cry und Crysis) war zum Thema Weitsicht bayerischer Politiker im Hinblick auf die Finanzkraft des neuen Spielemarktes folgendes zu lesen:

SPIEGEL ONLINE: Haben sie sich um staatliche Fördermittel bemüht?

Avni Yerli: Klar. Der bayerische Staat subventioniert neue Technologien mit der „Software-Offensive Bayern“. Wir haben uns um 500.000 Euro beworben, die Gespräche liefen gut. Aber nach einem Jahr kam die Absage der Bayerischen Staatskanzlei. Die haben uns am Telefon erzählt, wir seien bekannt als Hersteller des gewaltverherrlichenden Ballerspieles „Far Cry“. Damit könne sich Bayern nicht identifizieren, eine Förderung wäre daher ausgeschlossen. Das war’s dann.

Tja Günni, das war’s dann. Ich glaube, mehr kann man dazu wirklich nicht mehr sagen. Zum Glück sind wir Spieler aber intelligent genug, um zu erkennen, dass es sich bei dem widerlichen Geschleime vom Munich Gaming – Kongress KEINESFALLS um unseren seriösen, standfesten, immer ehrlichen Freund Günni Beckstein gehandelt haben kann.

Oder um seine Logik in diesem Fall anzuwenden: Wer Günther Beckstein glaubt, bringt auch kleine Katzen um und überfährt Schulkinder!