Miningbots – Cheaten in Browsergames

By on 23. März 2008

In Einzelspieler-Offlinegames sind Cheats schon lange Gang und Gebe… wer hat denn noch nie den sogenannten ‚God‘-Mode aktiviert oder sich mit einem Tastendruck neue Munition verschafft? Außer der vermeintlichen eigenen Befriedigung, da man das Spiel so deutlich schneller durchspielen kann, haben sie keinen Nutzen. Aber was wäre, wenn man in einem Browsergame cheaten könnte? Unglaublich toll, oder? In diesem Artikel werde ich zeigen, dass Cheating in Browsergames schon lange ein heißes Thema ist und wieso man trotzdem die Finger davon lassen sollte.

Das Schlüsselwort heißt in der Browsergameszene nicht etwa Cheat, sondern Bot. Wären in Browsergames Cheats per Eingabefeld möglich, wäre das Schwachsinn. Jeder würde alle möglichen Cheats anwenden, somit wäre am Ende jeder wieder gleich stark. Bots allerdings sind unter den Browsergameentwicklern verhasste Programme bzw. Scripte, welche automatisiert bestimmte Aktionen ausführen. Nehmen wir einmal an, wir haben in einem Rollenspiel eine Mine, in der man als Spieler Gold schürfen kann. Jeder Schürfvorgang dauert genau 10 Minuten, folglich wäre ein Bot sinnvoll, der vollautomatisch alle 10 Minuten die Spielfigur in die Mine schickt. Als Spieler drücken wir zum Schürfen auf den Button mit der entsprechenden Beschriftung. Doch wie bringen wir den Bot dazu, auf einen Button zu drücken? Dazu müssen wir uns den Quelltext der Seite genauer ansehen. Als einigermaßen geübter Webentwickler erkennt man dort schließlich, dass die Betätigung des Buttons lediglich einen Link auslöst, nämlich www.dasbrowsergame.de/game.php?aktion=schuerfen. Also programmieren wir ein kleines Programm, welches genau diesen Link alle 10 Min aufruft. Für einen Programmierer ist das ein Kinderspiel. Und schon haben wir uns einen unfairen Vorteil verschafft, da wir so im wahrsten Sinne des Wortes im Schlaf Gewinn machen. Neben dem Miningbot gibt es natürlich noch viele weitere Arten von Bots.

Ein Captcha im Browsergame FreewarGlücklicherweise geben die Browsergameentwickler alles, um den Bots entgegenzuwirken. Bei dem oben beschriebenen Vorgang wirkt zum Beispiel ein sogenannter Captcha Wunder: Der Spieler muss jedes Mal, wenn er seinen Charakter in die Mine schicken will, eine Zahl auf einer zufällig generierten Grafik abtippen. Da Bots keine Grafiken lesen können, sind Captchas ein wirksamer, wenn auch für den ehrlichen Spieler nervenaufreibender Schutz vor unehrlichen Cheatern.

Am besten gedient wäre also Jedem, wenn jeder Spieler einfach ehrlich spielen würde. Denn ein Browsergame soll ja in erster Linie Spass machen. Gibt man anderen Spielern nun durch den Einsatz von Bots keine Chance, einen einzuholen, verdirbt man den fairen Spielern den Spass am Spiel und hat am Ende selber keinen Spass mehr, da alle anderen Spieler aufhören mit Spielen. Und am meisten freuen kann man sich sowieso immer über selbst erbrachte Leistungen und nicht über die seines Bots.

Fotoquelle: Thinkstock, 173390496, iStock, siriwitp

8 Comments

  1. Astal

    20. April 2008 at 23:37

    Hallo

    Schön erklärt, allerdings sind Captchas nicht die Lösung wie ich finde. Diese nerven fast genauso wie Bots. Aber natürlich hast du recht, dass solche Bots den Spass der fairen Spieler am Spiel verderben.

    beste Grüsse
    Astal

  2. EinsNullNullEins

    11. Juni 2008 at 12:17

    Bots sind echt das Letzte! tragisch, wie sogar der BEreich computerspiele (Browserspiele) immer mehr von Schummlern überschwemmt wird.

  3. Daniel

    10. Juli 2008 at 23:39

    Ja, wirklich traurig. Aber das Programmieren eines Bots ist halt zu einfach. Und wenn man sich die ganzen Nullen anguckt, die in den üblichen Foren nach einem Bot für dieses oder jenes Spiel rumheulen, und dann auch noch bereit sind dafür Kohle springen zu lassen, wundert mich echt nichts mehr.

  4. Bling-Bling

    9. Januar 2009 at 00:04

    Hey, Captchas kann man automatisch auslesen lassen, in einem OCR_Programm auswerten lassen und dann einfügen lassen.
    Ich kenne leute, die bauen sich einen Bot, der möglichst viel kann und nutzen ihn nicht, weil das entwickeln und knacken der Sicherheitsmaßnahmen der größere Thrill ist.
    Die meisten Gamer merken das dann nichtmehr, weil sie díhren Acc aufgeben, wenn der Bot funzt.

  5. Wolfgang

    3. März 2009 at 20:03

    Letztendlich helfen nur Spiele, die so abwechslungsreich sind, dass man sie nicht einfach automatisieren kann.

    Solche Spiele gefallen, glaube ich, auch den meisten Spielern besser.

  6. Andreas

    28. April 2009 at 02:11

    Muss Wolfgang zustimmen, viele Spielprinzipe fordern ja geradezu heraus, dass man Bots benutzt. Spiele sollten unterhaltsam sein, nicht monoton, und ausserdem die grauen Zellen ein bisschen fordern, dann kann auch auch kein x-beliebiger dummer bot alles übernehmen.

  7. Geek

    1. September 2010 at 03:03

    Captchas schützen nicht!
    Ich hab mal nen Bot für ein Browsergame geschrieben der sehr sehr viel Konte und dieser konnt u.a. auch die im Browsergame verwendeten Kreicaptchas grafisch erkennen. (viele Kreise, variable Größe, variabler Hintergrund, variable Position, nur ein Kreis ist gestrichelt angedeutet, dieser Muss mit der Maus angeklickt werden)

    Beste Grüße,
    Geek

  8. SEuBo

    28. September 2010 at 20:01

    Haha Geek,

    Du hast die Seite hier wahrscheinlich genau wie ich gefunden. Mir war jedenfalls langweilig, und ich hab nach einem kniffligen Captcha gesucht ^^

    Viel Spaß noch beim botten