Spieler vor Gericht: ESL schließt vermeintlichen Cheater aus

By on 12. Januar 2008

Es ist eine Premiere im deutschen eSport:

Erstmals führte der Ausschluss eines Clans aus der größten europäischen eSport-Liga ESL zu einer Gerichtsverhandlung. Grund des Rauswurfs ist das (vermeintliche da noch nicht einwandfrei bewiesene) Cheaten eines Spielers in einem wichtgen Liga-Spiel.

Bereits am 02.12.2007 wurde der Spieler Thomas „XektoR“ Koletzek vom Clan „Coldgame“ nach einer Partie Counter-Strike gegen die Konkurrenz von „Dangerous Regeneration“ von „Turtle Entertainment“, dem Organisator der ESL wegen ‚Benutzung unzulässiger Hilfsmittel‘ von sämtlichen Liga-Spielen ausgeschlossen und zu einer zweijährigen Sperre verurteilt. „Coldgame“ wurden zudem alle in der EAS (Den Qualifikations- und Auscheidungsturnieren für die EPS – die höchsten ESL-Turniere) erworbenen Punkte abgezogen. Da sich der Clan offensichtlich keiner Schuld bewusst ist, wurde zunächst ein außergerichtliches Schlichtungsgespräch vereinbart, welches aber zu keinem Ergebnis führte.

Somit wurde schließlich im Eilverfahren eine einstweilige Verfügung gegen die Sperre beantragt, über die am vergangegen Donnerstag (10.01.2008) im Kölner Amtsgericht verhandelt werden sollte. Die Verhandlung selbst dauerte allerdings lediglich zwei Minuten und wurde anschließend auf den 22.01.2008 vertagt, da „Turtle Entertainment“ eine 300-seitige Gegendarstellung vorlegte, die die Richterin „so nicht überfliegen könne“ [1]. Somit warten Spieler, Fans und die Verantwortlichen der Liga nun die Vertagung ab, der nach Aussage beider Parteien im Falle einer Niederlage eine Hauptverhandlung folgen soll.

Trotz des erhöhten finanziellen Aufwandes freuen sich aber beide Parteien auf die Verhandlung.
„Coldgame“ erhofft sich (laut Interview) eine Pionierleistung, um der vermeintlichen Willkür und mangelnden Transparenz bei der Verhängung von Strafen seitens „Turtle Entertainment“ entgegenzuwirken. Aber auch David „Affentod“ Hiltscher, dem Content & Online PR-Manager der ESL, zeigt sich in einem Interview siegessicher und absolut von der Rechtsgültigkeit der Vorwürfe überzeugt (wenn auch auf eine eindeutig manipulative, wenn nicht beleidigende Art und Weise).

Außenstehende können sich von den Vorwürfen, es sein ein sogenannter „Aimbot“ (ein Zusatzprogramm, welches das Zielen und Schießen für den Spieler übernimmt) genutzt worden, anhand des folgenden Videos selbst ein Bild machen:

[youtube SiJwArwYdio]

[1] [Quelle: www.readmore.de]