StarCraft Skandale schocken Esports-Szene in Südkorea

By on 21. April 2010

Ein Skandal von historischer Tragweite schockiert Südkoreas Esports-Community. In den Medien wird vom grössten Skandal in der bisherigen Geschichte des professionellen Gaming gesprochen. 

Wettskandale sind im Profisport durchaus an der Tagesordnung, davon können beispielsweise Fussballfans ein Liedchen singen. Aktuell sind in Südkorea Beweise für die Manipulation von StarCraft Wettbewerben aufgetaucht, und die gesamte Szene bangt um ihre Glaubwürdigkeit, da wohl schon seit mehreren Jahren betrügerische Machenschaften die Ergebnisse der Wettkämpfe vehement beeinflussen.

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StarCraft Liga manipuliert von mafiaähnlichen Strukturen

Es scheint, als ob um die StarCraft Liga insgeheim ein weitläufiger, illegaler Wettring aufgebaut wurde. Viele Teams werden beschuldigt, absichtlich Wettbewerbe verloren oder spielentscheidende Informationen, wie Match-Replays, unter der Hand an Dritte weitergegeben zu haben. Scheinbar haben die Betrügereien 2006 begonnen und in den Folgejahren 2007 und 2008 ihren Höhepunkt erreicht.

Die Superstars der StarCraft-Liga am Boden

Viele Topspieler sollen an den Machenschaften beteiligt sein, unter anderem auch der Superstar sAviOr. Seine gesamten Matches der letzten Jahre waren demnach abgesprochene Sache. Auch ehemalige Esports Progamer, ein ehemaliger Coach, und Spielreporter sitzen mit in der Tinte. Sie haben angeblich ihre Connections ausgenutzt und Adressen und Informationen an Wettbüros weitergegeben.

Aktuell zeigen sich die betroffenen Teams sehr unkollegial, indem sie den Versuch starten Schadensbegrenzung zu betreiben, und die Namen von bestochenen Mitgliedern bekannt geben.

Weitere Hiobsbotschaft: StarCraft 2 ohne Jugendfreigabe

Als wäre dieser Skandal nicht genug, trifft eine weitere Nachricht Südkoreas Gamer besonders hart: „StarCraft 2 Wings of Liberty„, das Sequel zum erfolgreichsten Onlinespiel der letzten Dekade, bekommt von den staatlichen Jugendschützern das Label „adults only“ verpasst. Blizzard hat nun 30 Tage Zeit, um gegen das Urteil der koreanischen Behörden Einspruch zu erheben.

starcraft © flickr.com/loimere