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Redaktionelle Inhalte sollen kostenlos ins Netz gestellt werden.Überdimensionale Brockhaus-Attrapen auf der Frankfurter Buchmesse 2006 (flickr.com).

Seit längerem schon wird die Verlagsbranche durch den großen Erfolg des kostenlosen Online-Lexikons Wikipedia in Unruhe gebracht. Die Wikipedianer können dank einer um ein Vielfaches höheren Artikelzahl von sich behaupten, dass größte Lexikon auf dem Markt anzubieten. Da ein Brockhaus außerdem den Gegenwert eines Gebrauchtwagens hinlegen muss, um das Premium-Produkt, die dreißigbändige Enzyklopädie mit knapp 25.000 Seiten, zu erwerben, scheint die nichtkommerzielle Konkurrenz haushoch überlegen zu machen. In dieser Situation hat sich Brockhaus offensichtlich genötigt gesehen, ebenfalls ins Netz zu gehen. In einer vorgestern veröffentlichten Pressemeldung gibt der Brockhaus-Verlag bekannt, dass ab Mitte April dieses Jahres ein zu Brockhaus gehöriges kostenloses Onlineportal starten soll. Brockhaus gibt dabei zu, dass dieser Schritt durch Umsatzeinbrüche seiner Lexikonsparte motiviert gewesen sei und bezeichnet sein Vorgehen als „strategische Neuausrichtung“. Also war der Anstoß nicht etwa die Überzeugung, dass Wissen besser in digitaler Form als in Büchern dargestellt werden sollte; Brockhaus musste vielmehr den Markterfolg der Online-Konkurrenz anerkennen und reagiert nun durch Nachahmung. Es bleibt also abzuwarten, ob das Unternehmen auch ein eigenständiges Konzept für die Wissenspräsentation im Internet entwickeln kann, die den Brockhaus online von Wikipedia abhebt. Die bisherigen Überlegungen fasst Vorstandsmitglied Marion Winkenbach so zusammen: „Der immer unübersichtlicher werdenden Flut von Informationen aus dem Internet stellen wir mit ‚Brockhaus online’ jetzt ein Wissensportal entgegen, das für Relevanz, Richtigkeit und Sicherheit steht“ (brockhaus.de). Tatsächlich kann wohl jeder Wikipedia-Nutzer ein Lied davon singen, dass viele Artikel schlecht recherchiert, und unverständlich formuliert sind oder das Wichtige vom Unwichtigen nur schwer trennen können.


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Wikipedia versus Brockhaus

Autor: Felix
abgelegt in: Allgemein

Werden kostenpflichtige Lexika bald überflüssig sein?

Diese Befürchtung legen die Ergebnisse einer Studie nahe, welche der “Wissenschaftliche Informationsdienst Köln” im Auftrag des Magazins „der Stern“ jüngst unternommen hat. Beim Vergleich von 50 Artikeln lag das kostenfreie Online-Lexikon in den Kategorien, Ausführlichkeit, Aktualität und inhaltliche Korrektheit vor dem altehrwürdigen Nachschlagewerk aus Deutschland. Im Interview mit dem „Stern“ stellte der Gründer der Wikipedia, Jimmy Wales, sogar die Frage, ob kostenpflichtige Lexika überhaupt noch eine Zukunft hätten. Denn die Wikipedianer sind den bezahlten Redakteuren in Verlagen zahlenmäßig um ein Vielfaches überlegen, und zudem häufig ausgewiesene Experten in den Sachgebieten, zu denen sie Artikel veröffentlichen.
Von den Schattenseiten des freien Lexikons, ungesicherten Informationen und Vandalismus, bleibt der Brockhaus hingegen verschont. Wie die englische „Encyclopedia Britannica“, so hat auch Brockhaus in den letzten Jahren zudem sein multimediales Angebot massiv ausgebaut. Das Flagschiff in dieser Sparte ist zurzeit der auf DVD erhältliche „Brockhaus multimedial“. Neben klassischen Lexikoneinträgen bietet die digitale Ausgabe durch den kombinierten Einsatz verschiedener Medien zu jedem Thema ein ganzes Bündel an Informationen. So erhält man zu Ortsnamen die dazugehörigen Landkartenausschnitte und zu Einträgen über berühmte Musiker Klangbeispiele ihrer Werke. Während derlei Angebote mehr und mehr auch im Netz zur Verfügung stehen, enthält der digitale Brockhaus mit seiner intelligenten Suchfunktion weiterhin ein Feature, dass Wikipedia auf absehbare Zeit nicht kopieren können wird: Zu jedem Artikel lassen sich Ober- und Unterkategorien sowie verwandte Themen in Form eines dreidimensionalen Begriffsnetzes anzeigen. Ein weiterer Clou ist das sogenannte “Planetarium”, eine interaktive Grafik zum Sonnensystem. Jimmy Wales könnte mit seiner Prognose über die Zukunft des Lexikon also eventuell falsch gelegen haben.


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