Worauf es bei Bluetooth-Boxen ankommt

By on 22. Februar 2019

Hamburg – Die Auswahl an Bluetooth-Boxen ist riesig: Von der Mini-Version für die Jackentasche zum Unterwegshören bis hin zur stationären Soundbar für das Wohnzimmer gibt es etwas für jeden Geschmack – und für jeden Geldbeutel.

Generell lassen sich Bluetooth-Lautsprecher und Smart-Speaker unterscheiden. «Die Grenze verläuft zur Zeit noch fließend», sagt Michael Knott vom IT-Portal «Netzwelt.de». «Smart-Speaker binden sich meist ins heimische WLAN ein und bieten integrierte digitale Assistenten wie Alexa, Siri oder den Google Assistant.» Wer lediglich Musik vom Smartphone an einen Lautsprecher senden möchte, sei mit den günstigeren, reinen Bluetooth-Boxen in der Regel besser bedient.

Preis und Größe

Welche Box passend ist, lässt sich nicht pauschal sagen. «Es hängt von den eigenen Ansprüchen ab», sagt Wolfgang Pauler, Testchef bei der Fachzeitschrift «Chip». Preis und Klangqualität hängen jedenfalls nur bedingt zusammen. «Eine richtig teure Box muss nicht unbedingt die sein, die am besten klingt.» In die andere Richtung sieht er den Zusammenhang zwischen Preis und Klang aber schon: «Für 20 Euro oder weniger bekomme ich ganz sicher keine Box mit gutem Klang.»

Neben dem Preis sind weitere Faktoren bei der Wahl des passenden Lautsprechers relevant: Wer gerne unterwegs Musik hören möchte, ist mit einer kleinen, leichten Box gut bedient. «Dann muss ich in der Regel Abstriche bei der Klangqualität machen, denn mit wenig Volumen kann ich keinen vollen Klang mit echten Bässen erzeugen», so Pauler. «Natürlich gibt es auch hier Unterschiede zwischen den Brüllwürfeln, die man an der Kasse im Elektrodiscounter billig bekommt, und den Boxen, die trotz kleiner Abmessung durch technische Maßnahmen noch einen recht guten Klang erzeugen.»

Akkulaufzeit und Wasserschutz

Für den mobilen Einsatz ist eine gute Akkulaufzeit wichtig. «Mehr als die Hälfte der von uns getesteten Bluetooth-Speaker läuft mindestens zehn Stunden im Akkubetrieb bei gehobener Zimmerlautstärke. Es gibt keinen Grund, sich mit weniger zu begnügen», sagt Pauler.

Wer am Strand oder Pool Musik hören möchte, sollte darauf achten, dass das Gerät vor Spritzwasser und Staub geschützt ist. «Dies ist meist an einer IP-Kennzeichnung zu erkennen», erklärt Pauler. Die erste Ziffer hinter den Buchstaben IP gibt den Grad der Schutzwirkung vor eindringenden Festkörpern an, die zweite den Grad des Wasserschutzes. Je höher die Zahl, desto besser ist der Schutz.

Boxen mit Mikrofon können als Freisprechanlage genutzt werden. Allerdings funktioniert das nicht immer problemlos: «Hier sollte man aufpassen. Schlecht gemachte Bluetooth-Boxen mit Freisprecher bieten eine schlechte Echokompensation oder schneiden den Sprecher häufig ab, um Echos zu vermeiden», erklärt Pauler.

Koppeln und als Radio nutzen

Praktisch sei, wenn sich mehrere Lautsprecher des gleichen Typs koppeln lassen und als Stereo-Paar fungieren können, sagt Knott. «Das kommt der Klangqualität meist deutlich zugute.» Manche Versprechen der Hersteller sind seiner Erfahrung nach aber zu vollmundig – etwa, dass selbst kleinste Lautsprecher dank «virtuellem Surround» oder Ähnlichem dazu in der Lage sind, die Stereo-Anlage zu ersetzen. «Physikalische Gesetzmäßigkeiten können auch 360-Grad-Speaker nicht überlisten», meint er. «Hier gilt: Am besten vor dem Kauf Probe hören oder notfalls vom Rückgaberecht Gebrauch machen.»

Radio-Funktion oder die Option, Musik von mehreren Klangquellen aus abzuspielen, sind laut Knott praktisch. Manche Boxen verfügen zudem über einen großen Akku, der bei Bedarf das Smartphone aufladen kann – praktisch, wenn dem Telefon unterwegs der Strom ausgeht. Möchte man von einer SD-Karte, einem USB-Stick oder über einen Klinkenstecker Musik abspielen, sollte der Lautsprecher solche Anschlüsse bieten.

Übertragungsstandard

Für die Musikqualität spielt auch der Übertragungsstandard eine wichtige Rolle. Bestimmte Algorithmen, sogenannte Codecs, kümmern sich um die Komprimierung der Signale. «Während bei dem Codec SBC die Musik stark komprimiert wird, sorgen AAC oder aptX für eine bessere Audioübertragung», erklärt Sven Hansen vom Fachmagazin «c’t». Wer auf hochauflösendere Klangwiedergabe Wert legt, sollte zu einer Bluetooth-Box greifen, die entsprechende Codecs unterstützt.

Fotocredits: Teufel,Sony,Bang & Olufsen,Denon,Bang & Olufsen,Teufel,Juliane Weber,Netzwelt.de,Heise Medien,Libratone
(dpa/tmn)

(dpa)

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