World Cyber Games in Köln und China

By on 21. April 2008

Die Chinesen sind im Bereich sportlicher Großereignisse momentan nicht zu stoppen.

Nachdem bereits seit Langem die Entscheidung steht, die olympischen Winterspiele in Peking stattfinden zu lassen (Wobei nun auch erstmalig eSport im Rahmenprogramm enthalten sein wird), wurde am 8. April 2008 schließlich der Entschluss bekannt gegeben, die 10. WCG im Jahre 2009 ebenfalls in der Volksrepublik stattfinden zu lassen – Genauer in Chengdu, der Hauptstadt der Provinz Sichuan.

Dabei haben die WCG, die seit 2000 jährlich stattfinden (2004 erstmals außerhalb von Korea) ihr organisatorisches Vorbild schon längst überholt. Zuschauerzahlen, Teilnehmerzahlen und Preisgelder können sich schon seit jahren locker mit den olympischen Spielen messen lassen. Sponsoren (meist renomierte Hardware-Hersteller) schließen mit weltbekannten Teams Millionen-Verträge ab.

Mit mehr als 1,25 Mio. Teilnehmern, die in acht verschiedenen Disziplinen (sechs PC- und zwei Xbox-Titel) um insgesamt 500.000,- US-Dollar kämpfen, steht damit wieder einmal das weltweit bedeutendste eSport-Turnier der Welt an.

Dabei steht zwar der sportliche Wettkampf klar im Vordergrund, die WCG verstehen sich selbst aber nicht nur als Turnier-Veransteltung. So bezeichnet die offizielle Homepage der World Cyber Games diese als „Computer- und Video-Games Festival mit Vorträgen, Ausstellungen, Live Bands, Auftritten von Performancekünstlern, Eröffnungszeremonie mit Einmarsch der Fahnenträger, Abschlusszeremonie, Players Party oder auch Freizeitmöglichkeiten wie z.B. Free Climbing“.

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Die Teilnahme an den Turnieren ist komplett kostenlos, wer sich in einer der deutschen Ligen, wie z. B. der ESL qualifiziert, bekommt sogar sämtliche Reise- und Verpflegungskosten erstattet. Dies dürfte in diesem Jahr für die Deutschen noch nicht von allzu großer Bedeutung sein, denn 2008 finden die Spiele noch im heimischen Köln statt.

Da kann man nur hoffen, dass sich eines schönen Tages vielleicht auch mein „besonderer Freund“ Günni Beckstein ein beispiel an seinem Kollegen Fritz Schramma, dem amtierenden Oberbürgermeister von Köln nimmt, der bereits in der Vergangenheit eine angenehm tolerante Stellung zu Computerspielen bezogen hat. Somit scheint es selbst für die Politiker noch Hoffnung zu geben. man kann nur hoffen, dass bald mehr von Ihnen aufhören, sich der wachsenden Bedeutung dieser Szene zu verschließen und endlich den hohen (finanziellen und populistischen) Nutzen erkennen, der sich aus diesem Wirtschaftszweig ziehen lässt. Angesichts dieses sportlichen Großereignisses eine Killerspiel-Debatte vom Zaun zu brechen, dürfte selbst dem guten Günni äußerst schwerfallen.