SOPA – Die Unterstützer des Raubkopie-Gesetzes sind…

By on 13. Januar 2012

In den USA türmt sich mehr und mehr der Widerstand gegen den umstrittenen Gesetztesvorschlag SOPA („Stop Online Piracy Act“). Aus diesem Grund veröffentlicht die Fachpresse in letzter Zeit mehr und mehr Listen der Unterstützer des Vorschlags.

SOPA ©flickr.com / SegmentNext

Man könnte meinen, die Amis spinnen mal wieder und interessieren braucht uns das hier drüben nicht die Bohne. Doch ganz so einfach ist es nicht, schließlich ist Amerika einer der Dreh- und Angelpunkte im multimedialen Erleben des Internets. Während bei uns noch recht humane und verhältnismäßig verständliche Vorstöße gegen die Raubkopier-Szene gemacht werden, geht die SOPA noch fünf Schritte weiter und könnte bei der Durchsetzung auch unser Konsumverhalten im Internet beeinträchtigen.

Neben einer Menge Maßnahmen, die bei Erfolg des Gesetzesvorschlags vor allem die US-Bürger betreffen würden, würden auch Inhalte, welche amerikanisches Urheberrecht verletzen, einen Riegel vorgeschoben bekommen.
Zum Beispiel könnten Plattformen wie YouTube künftig von vornerein für die Beiträge auf ihrem Portal haftbar gemacht werden, die das geistige Eigentum anderer Leute ohne Genehmigung verwenden. Bisher wurde in solchen Fällen nur eine schnelle Reaktion und anschließende Löschung des Materials seitens YouTube erwartet, sobald ein entsprechender Inhalt gemeldet wurde. Würde das Gesetz der SOPA allerdings in Kraft treten, müsste YouTube künftig selbst nach solchen Videos suchen und sie von der Plattform nehmen – wie man sich vorstellen kann, ist dies bei dem Anlauf nahezu eine Sache der Unmöglichkeit.
Aufgrund dessen bestünde laut Kritikern die Gefahr, dass Betreiber solcher Portale aus Angst rechtlicher Konsequenzen künftig jeder solcher Anfrage zur Löschung blindlinks nachkommen, auch ohne dass es notwendig wäre. Stellt sich heraus, dass gar kein Verstoß vorliegt, erwartet den Antragsteller zwar eine Strafe, diese ist für große Konzerne aber verhältnismäßig klein. Unternehmen mit dem nötigen Kleingeld könnten sich so eine übermäßige Macht verschaffen und das Zeitalter einer willkürlichen Internetzensur einläuten. (Einen guten Bericht darüber verfasste das krawall-Team.)

Aufgrund dieser bedrohlichen Auswirkungen dürfte es auch hierzulande interessant sein, welche Publisher einen solchen Gesetzesentwurf unterstützen – dabei werden grundlegend erstmal alle Publisher als Befürworter gesehen, welche der ESA angehören und sich nicht explizit gegen das SOPA-Gesetz äußerten.

Die bisherige Liste:

38 Studios – DAGEGEN
345 Games
505 Games- DAFÜR
Capcom USA, Inc. – DAFÜR (ausweichende Auskunft: „Wir bei Capcom sind Spieleentwickler, keine Politiker. Wir haben zu diesem Thema keine offizielle Firmenposition und planen auch nicht, eine zu veröffentlichen. Wir kümmern uns weiter um unsere Spiele“)
Deep Silver – DAFÜR
Disney Interactive Studios, Inc. -DAFÜR
Eidos Interactive – DAFÜR
Electronic Arts – DAFÜR (gab gegenüber dem Magazin Joystiq ausweichende Antwort: „EA hat sich nie für oder gegen SOPA ausgesprochen.“)
Epic Games – DAGEGEN – „We do not support the current version of SOPA,“
Her Interactive, Inc. – DAFÜR
Ignition Entertainment – DAFÜR
Konami Digital Entertainment – DAFÜR
LEVEL-5 Inc. – DAFÜR
Microsoft Corporation – DAFÜR
Namco Bandai Games America Inc. – DAFÜR
Natsume Inc. – DAFÜR
Nexon America, Inc. – DAFÜR
Nintendo of America Inc. – DAFÜR
Nival – DAGEGEN
NVIDIA – DAFÜR
O-Games, Inc. – DAFÜR
Perfect World Entertainment – DAFÜR
SEGA of America, Inc. – DAFÜR
Slang – DAFÜR
Sony Computer Entertainment America – DAFÜR
Sony Online Entertainment, Inc. – DAFÜR
Square Enix, Inc. – DAFÜR
Take-Two Interactive Software, Inc. – DAFÜR
Tecmo Koei America Corporation – DAFÜR
THQ, Inc. – DAFÜR (Stellungnahme: „Wir haben kein individuelles Statement zu dieser Angelegenheit, raten Ihnen aber, sich hierfür an die ESA zu wenden“.
Trion Worlds, Inc. – DAGEGEN
Ubisoft Entertainment, Inc. – DAFÜR
Warner Bros. Interactive Entertainment Inc. – DAFÜR
XSEED Games – DAFÜR

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