X-pire: Verfallsdatum für Fotos im Internet

By on 27. Januar 2011

X-pire ist eine neuartige Software, die unter dem Begriff „digitaler Radiergummi“ momentan durch sämtliche Medien geistert. Mit diesem Programm soll es möglich sein Fotos im Internet mit einem Verfallsdatum zu versehen.

X-pire ist die Neuerung auf dem Softwaremarkt, auf die Datenschützer und allen voran Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner gewartet haben. Oder nicht? Initiiert von einem IT-Professor der Universität des Saarlandes ist eine kostenpflichtige Anwendung entstanden, mit der Unternehmen und Privatleute ihre Fotos im Internet vor Missbrauch schützen können. Die erste verfügbare Version des Programmes hat allerdings so ihre Tücken.

X-pire: digitaler Radiergummi?

Die Bezeichnung als digitaler Radiergummi ist eigentlich irreführend. Das gibt auch Professor Michael Backes, der Initiator dieses Projektes, in der „Welt“ offen zu. Es handelt sich hierbei also nicht um ein Programm, welches Bilder komplett aus dem Internet verschwinden, also wegradieren, kann. Die Fotos werden mittels dieser Anwendung lediglich verschlüsselt und können nach einer vom User bestimmten Zeit nicht mehr decodiert werden.

X-pire? – Funktion und Preis

X-pire wird auf der Webseite des Unternehmens zum Download angeboten und kann momentan im 3-Monats-Abo für 6,99 Euro genutzt werden. Nutzer dieser Software können ihre persönlichen Bilder und Fotos nun mit einem digitalen Verfallsdatum versehen, das sie selbst festlegen. Nach Ablauf dieses Termins, wird das Bild nur noch schwarz angezeigt.

Das Programm funktioniert als Plugin des jeweiligen genutzten Browsers (z.B. Firefox)und kann direkt beim Hochladen von Daten z.B. auf soziale Netzwerke zum Einsatz kommen. Einziges Problem: Bisher akzeptieren nur wenige Webportale so verschlüsselte Bilder auf ihren Seiten. Facebook und Flickr, sowie wer-kennt-wen sind schon dabei, weitere werden bald folgen.

Allheilmittel gegen Datenmissbrauch?

Ein Allheilmittel gegen Datenmissbrauch ist auch X-pire nicht. Das gibt Michael Backes, Professor für IT-Sicherheit und Kryptographie auf Welt online offen zu. Das Programm soll die Internet-User lediglich aufrütteln und sie dazu auffordern achtsamer mit ihren persönlichen Daten umzugehen.

Dorn im Auge der Datenschützer

Datenschützern sollte diese neuartige Anwendung doch gefallen, oder? Aber im Gegenteil: Auch bei der Anwendung von X-pire werden bestimmte Daten übertragen. Beispielsweise kann ein anderer Nutzer das im Internet verschlüsselte Bild nur dann anschauen, wenn er selbst das Plugin installiert hat. Bei einer Bildanfrage wird also zunächst eine Information an den X-pire Server übermittelt und das Bild auf seine „Haltbarkeit“ überprüft, bevor es geöffnet werden darf. Hier sehen Datenschützer eine Sicherheitslücke.

Wie sich X-pire entwickelt und ob es tatsächlich den Markt erobern kann, wird sich wohl erst in einigen Monaten zeigen. Wir sind gespannt.

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