Ein Add-On ist ein Stück Software, welches (der Name sagt es schon), einem fertigen und lauffähigen Programm durch seinen Anwender hinzugefügt wird. Im Gegensatz zum Plug-In ist ein Add-On aber kein selbständig lauffähiges Programm. Vielmehr kann es sich bei Add-Ons auch um reine Datenpakete handeln. Bei Rechtschreibprogrammen wäre beispielsweise ein Satz neuer Vokabeln für das interne Wörterbuch als ein Add-On anzusehen. Beide Begrifflichkeiten sind aber dort nicht streng voneinander abzugrenzen, wo ein Stammprogramm um bestimmte Funktionalitäten erweitert wird. Wenn ein Rechtschreibprogramm etwa mithilfe einer Erweiterung eigenständig auf Daten im Internet zugreift, kann man geteilter Meinung darüber sein, ob es sich dabei um ein eigenständiges Programm (also ein Plug-In) oder nur um ein Add-on handelt.
Ein Plug-In ist ein ausführbares Programm, dass aber für die Einbettung in eine andere Anwendung programmiert worden ist. Beispiel für ein Plug-In ist ein Rechtschreibprogramm, welches in ein Textverarbeitungsprogramm eingebettet ist. Man kann dieses Programm dann nur über die einbettende Anwendung aufrufen. Einmal aktiviert, ist das Plug-In aber von der es umgebenden Anwendung unabhängig (solange letztere noch läuft). Ein Rechtschreibprogramm könnte also beispielsweise selbständig auf ein im Internet bereitgestelltes Wörterbuch zurückgreifen, um die Rechtschreibprüfung durchzuführen. Natürlich ist das Plug-In von der Rechtezuweisung des einbettenden Programms abhängig, wenn es die zu dem Programm gehörenden Daten (z.B. ein Textdokument) ändern will.
Zwar muss man ein Plug-In, wie der Name schon sagt, in eine umgebende Anwendung „einstöpseln“, ohne diese Anwendung ist das Programm also ohne Wert. Jedoch werden die bedeutenden Plug-Ins wie der Adobe-Flash-Player für viele verschiedene Programme (in jeweils angepassten Versionen) angeboten.
Die größte Zahl der heute verwendeten Plug-Ins wird wohl für Internet-Browser verwendet. Vor allem geht es dabei um Funktionalitäten, welche die aktive Ausführung von Funktionen ermöglichen, die in den angezeigten Webseiten verborgen sind. Für die Anzeige von Videodaten sind dies zum Beispiel der bereits genannte Flash-Player. Aber auch der Windows Media Player und der Real Player sind als Plug-Ins verfügbar.
Redaktionelle Inhalte sollen kostenlos ins Netz gestellt werden.![]()
Seit längerem schon wird die Verlagsbranche durch den großen Erfolg des kostenlosen Online-Lexikons Wikipedia in Unruhe gebracht. Die Wikipedianer können dank einer um ein Vielfaches höheren Artikelzahl von sich behaupten, dass größte Lexikon auf dem Markt anzubieten. Da ein Brockhaus außerdem den Gegenwert eines Gebrauchtwagens hinlegen muss, um das Premium-Produkt, die dreißigbändige Enzyklopädie mit knapp 25.000 Seiten, zu erwerben, scheint die nichtkommerzielle Konkurrenz haushoch überlegen zu machen. In dieser Situation hat sich Brockhaus offensichtlich genötigt gesehen, ebenfalls ins Netz zu gehen. In einer vorgestern veröffentlichten Pressemeldung gibt der Brockhaus-Verlag bekannt, dass ab Mitte April dieses Jahres ein zu Brockhaus gehöriges kostenloses Onlineportal starten soll. Brockhaus gibt dabei zu, dass dieser Schritt durch Umsatzeinbrüche seiner Lexikonsparte motiviert gewesen sei und bezeichnet sein Vorgehen als „strategische Neuausrichtung“. Also war der Anstoß nicht etwa die Überzeugung, dass Wissen besser in digitaler Form als in Büchern dargestellt werden sollte; Brockhaus musste vielmehr den Markterfolg der Online-Konkurrenz anerkennen und reagiert nun durch Nachahmung. Es bleibt also abzuwarten, ob das Unternehmen auch ein eigenständiges Konzept für die Wissenspräsentation im Internet entwickeln kann, die den Brockhaus online von Wikipedia abhebt. Die bisherigen Überlegungen fasst Vorstandsmitglied Marion Winkenbach so zusammen: „Der immer unübersichtlicher werdenden Flut von Informationen aus dem Internet stellen wir mit ‚Brockhaus online’ jetzt ein Wissensportal entgegen, das für Relevanz, Richtigkeit und Sicherheit steht“ (brockhaus.de). Tatsächlich kann wohl jeder Wikipedia-Nutzer ein Lied davon singen, dass viele Artikel schlecht recherchiert, und unverständlich formuliert sind oder das Wichtige vom Unwichtigen nur schwer trennen können.
Der Leiter des Open-Source-Projektes von Microsoft, Sam Ramij, erläuterte auf der vom 22. bis 24. Januar in Nürberg stattfindenden Konferenz „Open Source Meets Business“ (OSMB) die Antworten des Unternehmens auf Konkurrenz durch freie Software.
Insgesamt geht es Microsoft darum, bei aller Konkurrenz durch freie Software stets darauf zu achten, dass die Anwender ihre Programme nach wie vor auf der Plattform des Windows-Betriebssystems benutzen. Der Albtraum von Microsoft ist, dass populäre OS-Programme Anwender dazu bringen, von Windows auf Linux umzusteigen. Daher bemüht sich der Konzern darum, dass freie Entwickler Windows-Versionen ihrer Produkte herausbringen. Zu diesem Zweck werden an Entwickler Abonnements über die hauseigene Software inklusive relevanter Informationen umsonst vergeben. Anwendungsgebiet für Open-Source-Projekte waren in der Vergangenheit zum Beispiel Bemühungen, Software zum Identitätsmanagement für externe Entwickler frei zu geben. Außerdem will Microsoft zusammen mit den Entwicklern des Browsers Firefox dessen Zusammenwirken mit dem Windows Media Player verbessern.
In einem Gespräch mit heise.de lehnte Ramij jedoch den Umkehrschluss ab, dass Microsoft auch eigene kommerzielle Produkte auf freien Betriebssystemen anbieten könne. Das wichtigste Ziel des Unternehmens sei es, die Nutzung von Windows zu sichern, Anwendersoftware trete dahinter zurück (via heise.de).
Zudem hat Microsoft mit eigenen Lizenzen versucht, den Trend zu freier Software wenigstens im Rahmen der eigenen Produktreihen ein wenig zu steuern. Die beiden OS-Lizenzen MS-PL (Microsoft Public License) und MS-RL (reciprocal license) waren im Oktober letzten Jahres von der Open Source Intiative (OSI) offiziell als Open-Source-Lizenzen anerkannt. Die Lizenzen haben die für OS-Lizenzen typischen Eigenschaften. Microsoft öffnet die so gekennzeichneten Produkte für eine „nichtexklusive, weltweite, tantiemen-freie“ (royalty-free) Lizenz. Benutzer dieser Software dürfen diese verändern und die so veränderten Produkte verkaufen; aber nur unter der gleichen Lizenz. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist eine solche Freigabe immer ein Wagnis. Denn jedermann kann auf diese Weise den von Microsoft zur Verfügung gestellten Programm-Code vermarkten und so von der Entwicklungsarbeit der Unternehmens kommerziell profitieren.
Heise, der Veranstalter der OS-Konferenz, hat den Vortrag von Sam Ramij in Nürnberg als Webcast veröffentlicht.
Der Begriff Social Software beschreibt im Allgemeinen Anwendungsprogramme, welche soziale Interaktion über den Computer ermöglichen. Dazu gehören demnach alle Anwendungen, welche zum Beispiel zum Zugriff auf Netzwerke wie das Internet oder auch innerbetriebliche Intranet-Systeme nötig sind. Auch E-Mail-Client-Programme wie Microsoft Outlook sind in diesem Sinne „Social Software“.
Die Veränderungen des Internet seit der Jahrtausendwende (Web 2.0) haben jedoch neue Formen der sozialen Interaktion über das Internet hervor gebracht, welche zu einer engeren Fassung des Begriffs geführt haben. In diesen Zusammenhang gehören beispielsweise die mit dem Siegeszug von Wikipedia populär gewordenen Wikis. Diese nichtkommerziellen Informationsportale können wie die Online-Enzyklopädie selbst von ihren Nutzern selbst editiert werden. Eine andere neue Kommunikationsform im Internet ist das Blogging, für das diese Seite ebenfalls ein Beispiel darstellt. Zur Erstellung der Inhalte wird ein Content-Management-System benötigt, das demnach auch Social Software ist. Um den rein privaten Zweig dieses Bereichs abzuschließen, wären noch Instant-Messaging-Programme wie ICQ und Skype zu nennen.
Im betrieblichen Bereich verortet sind Systeme, welche die Kommunikation von Mitarbeitern eines Unternehmens untereinander und mit externen Partnern ermöglichen. Dabei geht es nicht immer allein darum, Informationen auszutauschen. Es wird ebenfalls immer wichtiger, über digitale Netzwerke gemeinsam an Projekten zu arbeiten. Es gibt beispielsweise kollaborative Textverarbeitungsprogramme, mit denen mehrere Autoren ein Office-Dokument gleichzeitig bearbeiten können. Im Bereich der Softwareentwicklung stellt Eclipse mit dem „Eclipse Communication Framework“ eine Möglichkeit für mehrere Entwickler bereit, gleichzeitig an ein und demselben Softwaresystem zu arbeiten.
(Technology Review) Ein wichtiger Bestandteil der im Zuge des Web 2.0 realisierten technischen Neuerungen ist die Anreichung von Webseiten durch vielfältige integrierte Funktionalitäten. Auf den Seiten mancher Verkehrsbetriebe etwa finden sich integrierte, interaktive Karten, mit deren Hilfe man sich zum Beispiel den Standpunkt einer Haltestelle anzeigen lassen kann. Wird dieses digitalisierte Kartenmaterial inklusive der Zugriffsfunktionalitäten von einem externen Web-Service angeboten, spricht man von einem Mashup. Denn in diesem Fall wird, wie das im Deutschen „vermischen“ bedeutende Wort andeutet, eine Anwendung (nämlich ein interaktiver Routenplaner der Verkehrsbetriebe) aus mehreren bereits vorhandenen Anwendungen zusammengemischt. In diesem Fall wären die Anwendungen der externe Kartendienst und die Datenbank der Verkehrsbetriebe.
Lotus, der 1995 von IBM übernommene Pionier der Office-Software, will nun Softwareanwendern nun nicht nur die Verwendung, sondern auch die Erstellung von Mashups ermöglichen. „Lotus Mashup“ bietet eine Sammlung von kleinen Anwenderprogrammen, die von den Nutzern des Rahmenprogramms zu Mashups kombiniert werden können.
Anders als bei den professionell erstellten Mashup im Internet ist dazu kein großes technisches Verständnis nötig. Das erörterte Beispiel eines Routenplaners würde erfordern, dass ein Programmierer die Funktionalitäten des Kartendienstes über deren Programmschnittstelle mit der Website des Verkehrsbetriebes verbindet. Diese Verbindung übernimmt im Falle von Lotus Mashup jedoch das Rahmenprogramm. Beispielsweise ließe sich so eine Anwendung, die Organigramme erstellt, mit einer Funktionalität verbinden, die bestimmte Informationen zu einer Person grafisch ansprechend aufbereitet. Auf diese Weise ließe sich ein ansprechendes Informationsportal über die Unternehmensstruktur und die Mitarbeiter eines Unternehmens zusammenstellen.
Lotus schafft auf diese Weise eine Möglichkeit, seine Software flexibel auf die Wünsche der Kunden abzustimmen; denn diese können ihre Anwendungen ja weitgehend selbst erstellen. Ein Problem könnte sich jedoch dann ergeben, wenn man Programme von verschiedenen Herausgebern kombinieren möchte, obwohl diese nicht auf denselben Datenstrukturen arbeiten. Wie diese Kompatibilitätsprobleme gelöst werden sollen, hat auch Lotus noch nicht geklärt. Vorerst lassen sich also wohl nur Anwendungsprogramme mit einander „mashen“, die auch von vornherein dafür vorgesehen sind. Das eingebundene Video stellt das Mashup-Projekt QED-Wiki von IBM vor.
Der steigende Börsenkurs von Anbietern wie NetSuite und saleforce.com weist auf eine steigende Attraktivität des Konzeptes hin.
Wie der Name schon andeutet, handelt es sich bei SaaS um die Bereitstellung von Anwenderprogrammen über einen Server; ein eigentlicher Verkauf von Software findet hingegen nicht statt. Der Kunde installiert seine Software nicht auf dem eigenen System, sondern erhält lediglich einen (möglicherweise zeitlich begrenzten) Zugang zu dieser Installation, die sich beim Anbieter befindet. Der Vorteil dieser „Mietsoftware“ gegenüber dem klassischen Produktkauf besteht zum Einen darin, dass der Anbieter mit der Software auch ihre Wartung und Instandhaltung übernimmt. Bei Firmenkunden, die für den SaaS-Markt momentan die einzige Zielgruppe sind, entfällt damit auch viel Arbeit für die hausinterne Netzwerkadministration.
Das britische Wirtschaftsblatt The Economist schätzt unter Berufung auf eine Marktstudie, dass sich der weltweite Umsatz im SaaS-Bereich von 16 Milliarden US-Dollar in 2007 bis zum 2011 auf über 26 Milliarden US-Dollar erhöhen wird. Ein Anbieter, die Firma NetSuite, erlebte bei seinem Börsengang gleich eine Aktienaufwertung um 37 Prozent (Economist.com).
Das Konzept ist beileibe nicht neu; “Application Service Provider” bieten schon längere Zeit Software über Netzwerke an. Neu am Konzept des SaaS ist, dass hierbei eine große Zahl von
Kunden die gleiche Installation einer Software nutzen können. Der technische Aufwand für die Erstellung (bzw. den Kauf), den Unterhalt und die Wartung der Software wird also nicht einfach vom Kunden auf den Anbieter verlagert, sondern insgesamt minimiert. Dadurch erst lässt sich gegenüber der Installationssoftware wesentlich Geld sparen.
Webbasierte Softwarenutzung wird überdies auch für den privaten Gebrauch zunehmend attraktiv. Momentan bietet Google einige für den Nutzer kostenfreie Services wie ein Textverarbeitungsprogramm im Internet an. Ein ähnliches Beispiel ist das AIR-Programm von Adobe. Es ist momentan jedoch nicht abzusehen, dass sich eine kostenpflichtige Nutzung von privater Individualsoftware durchsetzen könnte.
Seit gestern ist die freie Suchmaschine der Wikipedia-Macher online.
Sie unterscheidet sich allerdings stark von herkömmlichen Suchmaschinen wie Google (zwei Drittel Marktanteil), Yahoo (14%) oder Microsoft MSN (4%). Bei Wikia entscheidet nicht die Software über die Gewichtung einer Seite, sondern letztlich die Benutzer selbst.
Durch Bewertungen und Kommentare sollen Nutzer Websites einschätzen, und Wikia soll Suchergebnisse gemäß dieser Einschätzungen staffeln. Eine Idee, die auf viel positive Resonanz trifft; vor allem, weil, so Jo Groebel, der Direktor des Deutschen Digital Instituts in Berlin, Monopolstellungen wie die von Google im Netz auf großes Misstrauen stoßen. Ferner werden soziale Netzwerke immer wichtiger. Es liegt also nahe, eine Suchmaschine mit nutzergenerierten Inhalten zu betreiben.
Mehr als Potenzial ist Wikia allerdings momentan noch nicht - die Suchmaschine erfasst nur einen Bruchteil aller Websites, und einen Tag nach ihrem Start sind auch die benutzergenerierten Inhalte noch relativ überschaubar. Dennoch räumen Experten dem Projekt von Wikipedia-Gründer Jimmy Wales gute Chancen ein, zumindest eine Nische zu erobern. Bleibt abzuwarten, wie die Suchmaschine mit der lachenden Wolke sich entwickelt.
Eine der wichtigsten Veränderungen des Internet im Rahmen des sogenannten „Web 2.0“ ist die schrittweise Verschmelzung des Desktops mit dem Netz; zum Beispiel stellt Google mittlerweile internetbasierte Programme zur Textverarbeitung und zur Tabellenkalkulation bereit. Insgesamt bieten die „Rich Internet Applications“ (RIAs) die Möglichkeit, aus dem Internet nicht nur Dateninhalte, sondern auch zugehörige Funktionalitäten zu beziehen. Skriptsprachen wie Java-Script, aber auch die Ajax-Technologie sind ein Beispiel hierfür. Bei letzterer können Datenbankabfragen gesendet und empfangen werden, ohne jeweils eine neue Webseite aufzurufen; man kann also zum Beispiel in ein Website-Formular Daten eingeben, und parallel dazu startet die „Ajax-Engine“ vom eigenen Rechner aus über das Internet eine Anfrage an einen Server. Die empfangenen Daten werden dann in die angezeigte Website integriert, ohne dass diese neu aufgerufen werden muss.
Das Unternehmen Adobe hat sich im Bereich der RIAs bereits mit Adobe Flash einen Namen gemacht. Diese Entwicklungsumgebung ermöglicht die Programmierung grafischer Features für Webseiten, vor allem kleine Filme, die im Browser mit Hilfe eines Plugins angezeigt werden können. Mit der Laufzeitumgebung Apollo, nun AIR (für „Adobe Integrated Runtime“) genannt, ist Adobe im vergangenen Jahr einen Schritt weiter gegangen. Die Grundidee ist, das Web und die eigene Festplatte als Quellen für Daten und Funktionalitäten in einzelnen Anwendungen weistestmöglich miteinander zu verschmelzen. AIR-Programme können ohne Benutzung eines Browsers Daten aus dem Internet beziehen und in das Programm integrieren; eine ähnliche Funktionalität besteht zum Beispiel bereits in den automatischen Updateprüfungen, die manche Anwendungen anbieten. AIR erweitert diese Möglichkeiten, indem auch Daten, mit denen der Anwendungsnutzer arbeitet, direkt aus dem Netz bezogen werden können. Andererseits verfügt der Anwender nach wie vor über alle Möglichkeiten, die ihm sein Desktop bietet; dazu gehören etwa individuell eingerichtete Tastaturkürzel oder die Zwischenablage. Eine erste Vollversion von AIR soll in den nächsten Monaten veröffentlicht werden.
Ab Februar 2008 werden keine weiteren Sicherheitsupdates mehr veröffentlicht
Der vor allem von Marc Andressen entwickelte Navigator gilt als der erste kommerziell erfolgreiche Browser, der damit einen Meilenstein in der Geschichte des Internet darstellt. Andreesen veröffentlichte mit seinen Mitarbeitern bereits im Jahr 1993 mit dem Mosaic Browser eine Vorgängerversion des späteren Erfolgsmodells. Als sich der Durchbruch des Internet Mitte der Neunziger Jahre abzuzeichnen begann, stand Netscape mit einem ausgereiften Produkt bereit, dass bald zum Standardprogramm avancierte. Ein wesentlicher Erfolgsgrund war, dass Privatpersonen den Navigator umsonst erwerben konnten. Die technische Weiterentwicklung brachte die Einführung von Cookies, die Untergliederung von HTML-Seiten in Frames; die angeblich zuerst auf der Website von Netscape angewandt wurde. Netscape gilt als einer der ersten Vertreter der „New Economy“.
Ab Ende der Neunziger Jahre begann der Niedergang des Navigator. Einerseits gingen seitdem keine wesentlichen Neuerungen mehr von Netscape aus; die Technik des Tabbed Browsing etwa wurde zuerst bei der Open-Source-Nachfolgeversion Mozilla implementiert. Andererseits hatte Microsoft 1995 mit dem Internet Explorer seinen eigenen Browser aufgelegt. Die Bündelung mit dem Betriebssystem Windows führte dazu, dass praktisch jeder PC-Besitzer automatisch auch den Explorer auf seiner Festplatte hatte. In der Folge brach der Marktanteil des Navigators ein. Bis zum Jahr 2000 war der Marktanteil des Explorer auf über 90 Prozent angewachsen. Der Navigator hat zudem in den letzten Jahren mit großen Sicherheitslücken auf sich aufmerksam gemacht. Nachdem der Quellcode zur Weiterentwicklung als „Mozilla“ veröffentlicht worden ist, ist dieser Browser die letzte verbliebene Konkurrenz zum Internet Explorer. AOL Warner, Eigner des Navigator, empfiehlt nun den Umstieg auf das Open-Source-Programm.