Computer finden längst nicht nur in der Form von Stand-alone-PCs Anwendung. Seit dem Zweiten Weltkrieg werden in die verschiedensten technischen Systeme kleine Computer „eingebettet“. In den ersten Jahren waren vor allem militärische Systeme wie die Zielleit-Elektronik amerikanischer Bomber mit zunächst noch analogen Rechnern ausgestattet. Seit einigen Jahren werden aber Vorhersagen gemacht, dass auch Geräte des täglichen Gebrauchs wie Mikrowellen bald über komplizierte Rechensystemen verfügen werden, die unter anderem das “Internet der Dinge” ermöglichen sollen.
Manche Systeme wie die Bordelektronik von Autos haben so spezielle Anforderungen zu erfüllen, dass die in ihnen verwendete Software nichts mit den uns bekannten Formaten zu tun hat.
Windows CE ist das Betriebssystem, das Microsoft für mobile Geräte wie Handheld-PCs und Portable Media Player, und für eingebettete Systeme anbietet.
Da die vielen unterschiedlichen Hardware-Plattformen für das CE-OS über viele unterschiedliche Funktionalitäten verfügen – zum Beispiel brauchen Geräte ohne Internetzugang die Unterstützung von TCP/IP nicht – wird das Betriebssystem stets für seine konkreten Einsatzgebiete modifiziert und angepasst. Aus diesem Grund sorgen die Gerätehersteller, nicht jedoch Microsoft selbst für die Wartung durch Systemupdates.
Für die Verbindung mit dem Internet und mit anderen Geräten unterstützt CE unter anderem Blutetooth und IEEE 802.11. Der Internetzugang wird außerdem durch die Unterstützung des TCP/IP-Standards ermöglicht.
Seit 2006 wird die aktuelle Version 6.0 verkauft. Nach wie vor finden aber auch ältere Versionen wie 5.0 in neuen Geräten wie jüngst beim Media Player von TG Sambo Verwendung.
Kleine Geschichte des OS Windows CE
Usability-Probleme sind neben Sicherheitsrisiken ein weiteres Argument für das klassische Kreuzchen
Allgemeine Wahlen scheinen ein perfektes Einsatzgebiet für Computer und Notebooks zu sein: Schließlich geht es allein darum, auf dem immer gleichen Formular kleine Kreuze an bestimmten Stellen zu erfassen und die Einzelergebnisse zusammenzuzählen. Maschinen, die für diesen Job konstruiert wurden, sollten die Aufgabe unabhängig von der Menge der erfassten Formulare schneller und genauer als die meist zwangsverpflichteten Wahlhelfer übernehmen können. Auch hat man mit analogen Wahlautomaten schlechte Erfahrungen gemacht: Bei der vorletzten Wahl des US-Präsidenten im Jahr 2000 mussten die Stimmen im Staat Florida mehrmals nachgezählt werden, hier fand die Erstauszählung mit Hilfe von Wahlautomaten statt. Das Ergebnis ist bis heute umstritten.
Theorie und Praxis klaffen indes auseinander: In Deutschland und Holland sind etwa die Geräte der niederländischen Firma Nedap mehrfach eingesetzt worden. Eine holländische Hackergruppe demonstrierte aber öffentlich, wie die auf einem normalen Windows-OS basierenden Systeme manipuliert werden können. Selbst populäre Sicherheitsprogramme wie Kaspersky waren dem Angriff nicht gewachsen. In Deutschland läuft gegen den Einsatz der Nedap-Geräte bei der Bundestagswahl 2005 ein Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht, und Irland hat den Einsatz der Automaten aus Sicherheitsbedenken vorerst auf Eis gelegt. Der Informationsdienst golem.de berichtet zudem von weiteren Unregelmäßigkeiten und Bedienungsproblemen mit den Systemen von Nedap bei der Hessischen Landtagswahl im Januar. Bei einer regionalen Wahl in Florida produziertenWahlcmputer aus ähnlichen Gründen 18.000 „No-Votes“.
Eine im Auftrag der amerikanischen Regierung durchgeführte Studie bestätigt die Vermutung, dass es vor allem Usability-Probleme sind, welche die Performance von elektronischen Wahlautomaten oft inakzeptabel schlecht machen. Bei einer Scheinwahl, die lediglich in der Wahl einer Person (hier des US-Präsidenten) bestand, ergaben sich immerhin drei Prozent Bedingungsfehler (technology review).
Tatsächlich können solche Probleme auch den Ausgang von Wahlen beeinflussen. Im Allgemeinen dürften vor allem ältere Wähler Schwierigkeiten mit der Bedienung digitaler Systeme haben. Das Wahlverhalten in den höheren Altersklassen unterscheidet sich aber deutlich von dem der „digital generation“: In Deutschland hätte wohl vor allem die CDU den Schaden durch schlecht designte Wahlautomaten zu tragen.
Der zunehmende Einsatz von Steuerungselektronik an einzelnen Fahrzeugkomponenten lässt den Ruf nach einer einheitlichen Softwarearchitektur laut werden.
Die einzelnen funktionalen Komponenten von Automobilen sind dezentral organisiert; die Lichtmaschine ist ohne jede Verbindung mit dem Scheibenwischer, und das ABS-Bremssystem hat mit der Benzineinspritzung nichts zu tun. Dies ist normalerweise kein Problem. Neuere Automodelle verfügen jedoch über dreißig bis achtzig Komponenten mit größtenteils elektronischer Steuerung. Diese Komponenten tauschen Informationen miteinander aus. Dies ist etwa bei Abstandssensoren und der Motorsteuerung der Fall, wenn diese zusammen ein System zur Kollisionsvermeidung bilden sollen: Der Sensor muss der Motorsteuerung in geeigneter Form mitteilen, wenn sich der Abstand zu einem Hindernis gefährlich verringert. Da jedoch ein Großteil der Fahrzeugkomponenten von verschiedenen Zulieferern kommt, unterscheiden sich auch die Formate der eingebetteten Softwaresysteme häufig voneinander. Die Folge ist eine äußerst störanfällige Kommunikation zwischen den Komponenten. Die Kompatibilität dieser Systeme ist nämlich schwer zu überprüfen. Nicht nur ergibt sich bei bis zu achtzig Systemen eine enorme Vielzahl von Kombinationsmöglichkeiten (auch wenn nicht alle Steuerungssysteme miteinander kommunizieren). Hinzu kommt, dass identische Teile in verschiedenen Modellen von möglicherweise unterschiedlichen Herstellern verbaut werden. Zu diesem Zweck bildete sich bereits 2004 ein Konsortium von Firmen der Elektro- der Automobilindustrie und des Fraunhofer-Instituts für Software- und Systemtechnik unter dem Namen „Autosar“ (Automotive Open System Architecture). Mittlerweile gehören diesem Verbund unter anderem Daimler, Toyota und Peugeot an. Im August dieses Jahres konnte ein erster Erfolg vermeldet werden: Das Projekt mobilSoft von Mitgliedern des Autosar-Konsortium wurde mit der Vorstellung eines funktionsfähigen Standards abgeschlossen.