Bob, der Handy-Baumeister

By on 2. November 2013

Motorola, also Google, experimentiert mit einem Smartphone nach dem Baukasten-Prinzip. Falls das Konzept realisiert wird, können wir uns bald aus verschiedenen Modulen unser Handy selbst zusammenstellen.

Ara nennt die bekanntlich von Google gekaufte Handy-Sparte von Motorola das Projekt, das die technische Umsetzung eines modular aufgebauten Smartphones erproben soll. Mit Papageien hat das Konzept meines Wissens aber nicht zu tun.

Pimpen per Modul-Tausch

Die Idee: Das Handy wird aus verschiedenen Bausteinen zusammengesetzt, bei Bedarf lassen sich einzelne Module gegen neue austauschen. So kann man in den Genuss eines leistungsfähigeren Prozessors, eines schärferen Displays oder einer besseren Kamera kommen, ohne gleich ein komplett neues Handy kaufen zu müssen.

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier

Die Idee ist charmant, passt sie aber auch zu den Gepflogenheiten der Kunden? Ich habe jetzt keine Zahlen parat, aber ist es nicht so, dass die Leute derzeit spätestens nach zwei Jahren nach einem neuen Smartphone gieren und das dann oft dank eines entsprechenden Vertrags umsonst oder zumindest für ganz kleines Geld erhalten? Warum sollten die auf einen Baukasten-System umschwenken? Der Preis für die verschiedenen Module, der dürfte auch eine große Rolle spielen. Wenn ich zwei Module austausche und für dieselbe Kohle fast schon ein ganz neues Gerät bekommen würde, entscheide ich mich dann für den Baukasten?

Umweltfreundlich wäre so ein Telefon bestimmt, aber an die Umwelt denken, glaube ich, im Endeffekt die wenigsten. Die wollen ein schickes neues Telefon, eines das gerade angesagt ist, und sie wollen es möglichst günstig haben. Das alte Handy in den Müll zu werfen oder in der Schublade verstauben zu lassen, ist gängige Praxis. Die Gewohnheiten der Menschen müssten sich also auch ändern, wenn ein Baustein-Telefon ein durchschlagender Erfolg sein soll.

Aber ich will nicht immer unken und alles mies machen. Wie gesagt, die Idee finde ich durchaus charmant. Und ob sie überhaupt in die Tat umgesetzt wird, sprich ein Baukasten-Gerät jemals in den Handel kommt, scheint derzeit noch völlig offen sein. Da warten wir mal ab.

Foto: Screenshot Motorola

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