Ein Transportprotokoll für Datenübertragungen im Gigabitbereich

By on 31. Dezember 2007

In der Filmherstellung laufen zur Zeit analoge und digitale Produktionstechniken nebeneinander her: Es werden nach wie vor analoge Kameras eingesetzt, deren Bilder dann digitalisiert werden. Darüber hinaus liefern die Filmverleihhäuser auch noch analoge Kopien der Filme aus; denn längst nicht alle Kinos konnten sich teure Umrüstung auf digitale Beamer statt der bislang üblichen Projektoren leisten; die Anschaffungskosten liegen zur Zeit bei mehreren zehntausend Euro.
Ein wesentliches Problem bei der Umstellung auf eine digitale Filmproduktion sind die großen Datenmengen; denn um eine hinreichende Endqualität zu erreichen, müssen Regisseure bei der Aufnahme Kameras mit einer enorm hohen Auflösung verwenden. Außerdem wird am Set ein Vielfaches des am Ende veröffentlichten Films aufgenommen. Dies hat zur Folge, dass das Rohmaterial zur weiteren Verarbeitung (Schnitt, digitale Effekte) häufig nur in festen Datenträgern und nicht über Datenleitungen verschickt werden kann. Dies verlangsamt und behindert natürlich den Workflow enorm und verursacht große Kosten. Um einen Transport über Datenleitungen zu ermöglichen, muss in jedem Fall auf Glasfaserkabel zurückgegriffen werden. Darüber hinaus bedarf es eines geeigneten Übertragungsprotokolls für solche großen Datenmengen. Insbesondere darf im Falle fehlerhafter Übertragungen nicht die ganze Übertragungskette zusammenbrechen; wenn Filme in Echtzeit übertragen werden sollen, dies würde zu einem Stottern des Films führen. Eine entsprechende Technologie ist nun von Thomson in Hannover vorgestellt worden. Ein Maximum von zehn Gigabit pro Sekunde soll mit dem neuen Übertragungsprotokoll über Glasfaserleitungen geschickt werden können. Diese extrem hohe Datenrate bietet die Möglichkeit, Filme ohne Auslastung der Übertragungskapazität zu verschicken. So können fehlerhafte Datenpakete parallel zu den später verschickten Paketen nachgesendet werden. Auf der Empfängerseite befindet sich dann ein Puffer, der die übertragenen Pakete zunächst in die richtige Reihenfolge bringt und dann an die Ausgabe weiterleitet (via Frankfurter Allgemeine Zeitung).

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