Multitouch-Mouse: Microsoft entwickelt Eingabegeräte der Zukunft

By on 7. Oktober 2009

Die „klassische“ Maus hat mittlerweile einige Jahre auf dem Buckel. Grund genug also für eine Frischzellenkur. Fünf Prototypen sind bei Microsoft in der Entwicklung, die jeweils unterschiedliche Ansätze zur Revolutionierung der bislang bekannten Steuerung darstellen.

Tasten und Rad sollen der Vergangenheit angehören. Die Entwürfe für die Mäuse der nächsten Generation wurden jetzt auf der „User Interface Software and Technology“ Konferenz in Kanada vorgestellt.

Multitouch-Prinzip: Schnippen statt Klicken?

Grundsätzlich sollen Berührung und Gesten in die Steuerung einbezogen werden. Das Klick-Prinzip wird durch Touch-Oberflächen ergänzt. Per Infrarotsensor oder Kamera werden zum Beispiel Fingerbewegungen auf der Mausoberfläche erfasst. So können z.B. Fotos auf dem Desktop hin und her geschnippt, gedreht und vergrössert werden, ohne die Maus selbst zu bewegen.

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Auch für Computerspieler könnten sich so neue Möglichkeiten ergeben. Durch die Bewegung der Hand auf der kugelförmigen Maus der Zukunft kann etwa der Blickwinkel im in den Games verändert werden. Die Spielfigur liesse sich so einfacher und präziser steuern. Technisch ist vieles machbar. Vor den Erfolg haben die Götter aber den Praxistest gesetzt und da gibt es noch einige Schwierigkeiten zu überwinden. Zuverlässig und intuitiv verständlich muss die Mouse 2.0 sein. Nicht nur das etwas klobige Design der vorgestellten Prototypen mag da gewöhnungsbedürftig erscheinen, die Abtastung der Bewegung durch Infrarotsensoren kann darüber hinaus beispielsweise störanfällig gegenüber Sonnenlicht sein.

Marktreife Multitouch-Maus: Microsoft in Zugzwang

Die Präsentation von gleich fünf Prototypen soll wohl auch das Innovationspotential von Microsoft unter Beweis stellen. Gegenüber dem Konkurrenten Apple ist man in dieser Hinsicht ja in letzter Zeit immer ein wenig hinterhergehinkt. Tatsächlich hatte Apple schon 2007 in den USA ein Patent für eine Multitouch-Maus angemeldet. Auch in diesem Entwurf spielten Fingerbewegungen und Gesten  eine Rolle. Wer letztlich das Rennen macht und die erste alltagstaugliche Maus der Zukunft ins Rennen schickt, wird sich zeigen. Bei Microsoft scheint man jedenfalls verstanden zu haben, dass man sich den Ruf als Entwickler neuer und beeindruckender Konzepte zurückerobern muss. Ob es eine gute Idee ist, bereits mit nicht völlig ausgereiften Prototypen an die Öffentlichkeit zu gehen, darf allerdings bezweifelt werden. Der Konkurrent Apple arbeitet da in der Regel lieber im Stillen und präsentiert dann das fertige Produkt in großem Stil mit einem Knalleffekt.

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